Bridge (Wissen, Konventionen, Tricks, Hinweise)


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von


02.08.2004  
Wissenswertes über Bridge mit Erlaubnis von Nicolas Nikitine
02.08.2004  
10 Fragen zu Bridge mit Erlaubnis von Nicolas Nikitine
   
     
 
     
   
Wissenswertes über Bridge    




 

Bridge - keineswegs ein Modespiel 

Ein spannendes Gesellschaftsspiel und ein anspruchsvolles Hobby  

D

ie Szene ereignete sich im Londoner Portland Club. Der mehrfache Bridge-Weltmeister Terence Reese bestreitet ein wichtiges Turnier. Mitten im zweiten Spiel taucht ein atemberaubendes Model in einem knappen Bikini auf, paradiert zweimal um den Tisch und verschwindet. Am Ende des Durchgangs wurde Reese gefragt, ob ihm im zweiten Spiel nichts aufgefallen war. "Doch, die Karo waren schlecht verteilt", antwortete er. Er war derart aufs Kartengeschehen konzentriert, dass ihm der Zwischenfall mit der halbnackten Frau völlig entgangen war. 

Bridge, das beliebteste Kartenspiel der Welt, zieht Millionen von Anhängern in seinen Bann. Aus Büchern und Filmen erhält man gelegentlich den Eindruck, es handle sich um ein elitäres Modespiel. Es stammt vom englischen Whist ab und existiert als Spiel mit eigenem Regelwerk seit Ende des 19. Jahrhunderts. Im deutschsprachigen Raum leidet Bridge noch stark unter der Konkurrenz von anderen Kartenspielen wie Jass und Skat, gewinnt jedoch immer mehr an Popularität. In vielen Ländern ist eine Bridgekolumne ein fester Bestandteil jeder Zeitung oder Zeitschrift. In den skandinavischen Ländern wird es als Freifach in den Schulen unterrichtet.  

Faszinierendes Spiel
Bridge ist ein spannendes Spiel, das in seiner Wettkampfform einen Geistessport darstellt, dessen Anforderungen man ohne weiteres mit dem Schach vergleichen kann. Auch für den Hobbyspieler stammt die Faszination zu einem Grossteil aus den hohen und vielseitigen Ansprüchen, die das Spiel stellt. Auf jeder Ebene ist es äusserst befriedigend, wenn es einem gelingt, diese Ansprüche auch nur teilweise zu erfüllen. Die Spielregeln sind etwas kompliziert.

Das Grundprinzip lässt sich wie folgt zusammenfassen: Zwei Paare spielen übers Kreuz (wie bei einem "Schieber") gegeneinander. In einer ersten Phase ersteigert sich die Partei mit den besseren Karten das Recht, die Spielmöglichkeit (eine der vier Farben als Trumpf oder ohne Trumpf – "Obenabe") zu bestimmen und verpflichtet sich, eine bestimmte Anzahl Stiche zu gewinnen. In der zweiten Phase, dem Spiel der Karten, versucht diese Partei, dieser Verpflichtung nachzukommen und die Gegner versuchen, dies zu verhindern. Es geht dabei nur um die Anzahl von gewonnenen Stichen. Der Karteninhalt der Stiche ist unwichtig. 

Bridge als anspruchsvolles Hobby bereitet den Anfängern schon nach wenigen Stunden zunehmend Spass. Es ist aber so vielseitig, dass man eine längere Zeit braucht, um seine Raffinessen zu ergründen und es zu beherrschen. Man wird nicht über Nacht zum Meister, aber man kann rasch von diesem kurzweiligen Zeitvertreib "angefressen" werden. Es ist in jedem Alter erlernbar und fördert das logische Denken, die Disziplin, das Gedächtnis, die Phantasie und den Teamgeist. Fortschritte macht man mit der Vertiefung der technischen und theoretischen Spielkenntnisse (dazu gibt es Kurse, Ferien und Hunderte von Büchern) – und indem man sich ein Maximum an Spielpraxis (zum Beispiel in einem Klub) aneignet.

Bridge ist ein vollumfänglich organisierter Wettkampfsport. Der Weltverband veranstaltet Weltmeisterschaften und Olympiaden. In der Schweiz gibt es eine Interklub-Meisterschaft,  Paar- und Mixed-Meisterschaften, einen Cup, grössere und kleinere offene Turniere, und die meisten Vereine führen wöchentlich ein oder mehrere Klubturniere durch. Ausser den besonderen Vorzügen, die Bridge anderen Spielen gegenüber bietet, gibt es auch den gesellschaftlichen Aspekt. Sei es in den Klubs, im Kurs oder in grösseren Hotels, Bridgespieler machen durchs Spiel oder den Wettkampf neue Bekanntschaften und finden Anschluss an neue Freundes- und Interessengruppen. Für viele Leute ist der Bridgeklub ein zweites Heim, eine zweite Familie – und dies nicht nur im Alter.

 
   

10 Fragen und Antworten zu Bridge    




 

Alles über Bridge in zehn Fragen

♡♢ Was ist Bridge?
Bridge ist das beliebteste Kartenspiel der Welt und zählt Millionen von Anhängern, die im Familien- oder Freundeskreis spielen. Es ist aber auch ein organisierter Wettkampfsport mit nationalen und internationalen Meisterschaften.

♡♢ In wie fern ist Bridge mit Jass vergleichbar?
Beide sind Kartenspiele, bei denen man mit oder ohne Trumpf versucht, Stiche zu gewinnen. Bridge wird mit 52 Karten gespielt und die Regeln sind komplizierter als beim Jass. Zwei Paare spielen übers Kreuz (wie bei einem "Schieber") gegeneinander. In einer ersten Phase ersteigert sich die Partei mit den besseren Karten das Recht, die Spielmöglichkeit (eine der vier Farben als Trumpf oder Sans Atout – ohne Trumpf, was einem "Obenabe" entspricht) zu bestimmen und verpflichtet sich dadurch, eine gewisse Anzahl Stiche zu gewinnen. In der zweiten Phase, dem Spiel der Karten, versucht diese Partei, ihrer Verpflichtung nachzukommen und die Gegner machen sich daran, dies zu verhindern. Es geht dabei nur um die Anzahl von gewonnenen Stichen. Der Karteninhalt der Stiche ist unwichtig.  

♡♢ Woher stammt die Faszination, die Bridge auf seine Anhänger ausübt?
Von der Vielfältigkeit, dem Unterhaltungswert und der intellektuellen Herausforderung, die es bietet. Auch für den Hobbyspieler stammt die Faszination zu einem Grossteil aus den hohen und vielseitigen Ansprüchen, die das Spiel stellt. Auf jeder Ebene ist es äusserst befriedigend, wenn es einem gelingt, diese Ansprüche auch nur teilweise zu erfüllen. Bridge fördert das logische und strategische Denken, die Kombinationsgabe, die Disziplin, das Konzentrationsvermögen, das Gedächtnis und den Teamgeist.  

♡♢ Durch welche weiteren Vorzüge zeichnet sich Bridge aus?
Es gibt auch den gesellschaftlichen Aspekt. Sei es in den Klubs, im Kurs oder in grösseren Hotels, Bridgespieler machen durchs Spiel oder den Wettkampf neue Bekanntschaften und finden Anschluss an neue Freundes- und Interessengruppen. Für viele wird der Bridgeklub zum zweiten Heim. Dort findet man bei einem Zeitvertrieb, der die grauen Zellen auf Trab hält, unter anderem auch Zuflucht vor der Einsamkeit. Es werden auch Bridge-Ferien mit täglichem Unterricht und Spielgelegenheiten angeboten. 

♡♢ Ist Bridge nicht ein elitäres Spiel der oberen Gesellschaftsschichten?
Nein. Bridge hat sich zwar in gewissen Ländern vor allem in der oberen Gesellschaft verbreitet, aber in den angelsächsischen Nationen, in Skandinavien, Polen und vielen anderen, ist es zum nationalen Kartenspiel geworden. In Holland und Schweden wird es als Freifach in den Schulen unterrichtet. In Österreich spielt man Bridge im Kaffeehaus.

♡♢ Ist Bridge schwer zu erlernen?
Nicht übertrieben, wenn man es unter fachkundiger Anleitung tut; ja, wenn man es auf eigene Faust versucht. Es erfordert Einsatz und einen gewissen Zeitaufwand. Obwohl Bridge den Anfängern schon nach ein paar Stunden enorm Spass bereitet, ist es so vielseitig, dass man eine systematische Einführung braucht. Jasser geniessen einen kleinen Vorsprung, den man jedoch nicht überschätzen darf. Der Mangel an Vorkenntnissen von Kartenspielen ist kein Hindernis. Für alle gilt, dass man nicht über Nacht zum Meister wird, der – ohne in Gegners Blatt zu schielen – nach ein paar Stichen genau weiss, wo sich welche Schlüsselkarten befinden.  

♡♢ In welchem Alter kann man Bridge lernen?
Bridge ist ein Spiel für Jung und Alt. In den Kursen trifft man sowohl Teenager wie auch Senioren an, die alle auf der Suche nach einem spannenden, neuen Hobby sind. Natürlich haben es die Jüngeren etwas leichter als die Älteren. Aber es ist vor allem eine Frage der Einstellung. Das Gedächtnis ist eine Fähigkeit, die man trainieren kann und dafür bietet Bridge ein nahezu ideales Medium. 

♡♢ Wo gibt es Bridge-Unterricht in unserer Region?
Der Bridge-Club bietet (bei genügender Beteiligung) jährlich einen Anfängerkurs an. Der Einführungskurs besteht aus zehn Lektionen à je ca. zweieinhalb Stunden. Daran an schliessen sich zwei Aufbaukurse á je 10 weitern Lektionen gleicher Länge. Diese beiden Aufbaukurse eignen sich auch als Vertiefung für SpielerInnen, welche das Grundgerüst anderweitig gelernt haben. Wir bieten diese Kurse in Zusammenarbeit mit einem erfahrenem Bridgelehrer an.

♡♢ Ist Bridge ein teures Hobby?
Nein. Die Schulungskosten liegen mit CHF 200 - 250 für jeweils 10 Lektionen à  ca. 2 ½ Stunden im üblichen Rahmen von Hobbykursen. Club-Mitgliederbeitrag und Tischgelder an unsern Turnieren siehe www.bridge-club-hoefe.ch/kosten.htm.

♡♢ Wer gibt mir mehr Informationen?
Alles über die Einführungs- oder Weiterbildungskurse erfahren Sie unter www.bridge-club-hoefe.ch/ausbildung.htm.